Viele Menschen wenden sich der FELDENKRAIS® Methode aus gesundheitlichen Gründen zu.

Unabhängig davon, ob es ein orthopädischer, neurologischer oder psychosomatischer Anlass; oder ein Unfall, eine schwere Operation, ein angeborenes oder im Verlauf des Lebens erworbenes Problem ist -

Es macht keinen Unterschied, ob jemand krank oder gesund ist, behindert oder nicht behindert, jung oder alt.

Unsere Lernfähigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Gesundheit und Lebendigkeit.

Menschen jeden Alters und in jeder Lebenslage können nachhaltig lernen.

Es entsteht eine andere Haltung zu sich selbst, die gesunden und vitalen Anteile werden erlebbar.

"Bewegung ist Leben. Leben ist ein Prozeß.

Verbessere die Qualität des Prozesses

und Du verbesserst das Leben selbst."

Moshé Feldenkrais

„Haben Sie gelernt, das zu tun, was Sie von sich aus am liebsten tun möchten- und wie man es tut? ...

Bedauern Sie, nicht tun zu können, was Sie gerne täten? ...

Was uns daran hindert, ist Unwissenheit: in der Wissenschaft, in unserer Kultur, und Unkenntnis unserer eigenen Person...”

Dieses Zitat von Moshé Feldenkrais zeigt ihn als einen unkonventionellen und mutigen Denker. Aus der Verknüpfung seiner Erfahrungen mit asiatischen Kampfkünsten, dem Studium menschlicher Bewegung und einem breit gefächerten naturwissenschaftlichen und anthropologischen Wissen entwickelte er seine Methode.

Das besondere daran ist die Verknüpfung von Theorie und Praxis auf der Basis der aufmerksamen Wahrnehmung alltäglicher Bewegungen.

Hieraus entwickelt sich in der Feldenkrais- Methode® ein organischer Lernprozess, der eine nachhaltige Verbesserung all unserer natürlichen körperlichen, emotionalen und geistigen Funktionen bewirken kann.

Es geht Moshé Feldenkrais dabei um die Entdeckung des scheinbar Selbstverständlichen: die sinnvolle Entwicklung eines Menschen und das zweckgerichtete Zusammenwirken all seiner natürlichen Funktionen in der ganzen Vielfalt ihrer einzigartigen Ausdrucksmöglichkeiten.

Unabhängig von Alter und Gesundheitszustand können alle Menschen dabei ihre individuelle Flexibilität und Stabilität in Bewegung, Empfinden und Denken erfahren, Vorstellungen von sich selbst und neue, bessere Möglichkeiten des Handelns entdecken. Denn Bewegung bedeutet Handeln. In jeder Bewegung spiegeln sich unser Selbstbild und unsere Beziehungen zur Umgebung. Aufgrund der Plastizität unseres Nervensystems bleibt dieser Selbstausdruck während unseres ganzen Lebens veränderbar.

Aufmerksam werden auf das Wie unseres Tuns befreit uns von der Beschäftigung mit dem „Richtigen” oder „Falschen”. Was sich zuerst verändert ist die Motivation. An die Stelle der üblichen Konzentration auf „falsch” oder „richtig” tritt Neugier auf das Erforschen neuer Bewegungs- und Verhaltensspielräume. Wir orientieren uns anders und sind klarer und zufriedener im Alltag.

Lernen bedeutet bei Feldenkrais, wahrzunehmen was wir tun und wie wir es tun, und diese Wahrnehmung zu nutzen, um Handlungsmuster zu unterscheiden. Dabei führt das Erkennen selbst schon nach kurzer Zeit zu einer anderen Haltung in der ganzen Bedeutung dieses Wortes, zu mehr Lebensfreude und zu neuen Horizonten im Denken.

Je kleiner ein wahrgenommener Bewegungsreiz ist, um so größer ist seine Wirkung auf den Organismus. (Weber- Fechnersches- Gesetz). Das bedeutet, mit weniger Anstrengung wird Kraft ökonomisch und für eine zukunftsweisende Entwicklung wirksam eingesetzt.

Die Feldenkrais-Methode® wird in Einzelstunden durch forschende Berührung des Lehrers und über verbale Anleitung in Gruppen vermittelt. Sie können Einzel- oder Gruppenstunden ohne spezielle Vorkenntnisse nehmen.

Text : Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V.

© International Feldenkrais Federation Archive

Dr. Moshé Feldenkrais

1904 geboren in Slawuta / Ukraine; als 14-Jähriger Auswanderung nach Palästina

1917-29 Abitur, Mathematikstudium, Landvermesser, Fussballspieler, Beschäftigung mit waffenloser Selbstverteidigung und dazu erste Veröffentlichung

1929-40 Paris: Studium der Physik, der Elektrotechnik und des Maschinenbaus, Arbeit mit F. Joliot-Curie, Promotion in Physik an der Sorbonne, Kontakte mit Prof. Jigoro Kano (Begründer des Judo), erster Schwarzgurtträger Europas, Aufbau des ersten Judo- Clubs in Frankreich, das Buch „Higher Judo“ erscheint.

1940-49 Arbeit für die Britische Marine. Eine Knieverletzung veranlaßt ihn zur bewußten Wahrnehmung seiner Bewe-

gungsabläufe: Der Beginn der nach ihm benannten Methode.

1943 Erste Vorträge über seine Erkenntnisse und Forschungsergebnisse vor einem ausgewählten Kreis von Wissenschaftlern.

1949 Veröffentlichung dieser in seinem Grundlagenwerk „Body and Mature Behaviour”. Beginn des Unterrichtens in seiner Methode.

1949-68 Leiter des Instituts für Wehrelektronik, Tel Aviv; systematische Weiterentwicklung seiner Methode.

1968 Arbeit ausschließlich mit Klienten u.a. David Ben-Gurion, Yehudi Menuhin, Peter Brook, Narciso Yepes, Igor Markevitch

Unterscheidung der zwei Arbeitsweisen: Funktionale Integration (Einzelarbeit) und Bewusstheit durch Bewegung (Gruppenarbeit).

Erste Ausbildungsgruppe in Tel Aviv.

1972 Veröffentlichung des Buches „Bewusstheit durch Bewegung”.

Arbeit im Esalen-Institut, Kalifornien / USA

1975-77 Ausbildungskurs in San Francisco / USA; weitere Veröffent- lichungen

1980-1984 Ausbildung in Amherst, Massachusetts / USA

1984 stirbt Moshé Feldenkrais in Tel Aviv/ Israel.

Home-Foto Moshé Feldenkrais :

© Michael Wolgensinger

International Feldenkrais Federation Archive